Bildung im digitalen Zeitalter – brauchen wir eine Digitale Agenda für Niedersachsens berufsbildende Schulen?

Ein Bericht vom Berufsschultag

Zu dem Berufsschultag am 30.03.2017 haben die beiden Fachverbände BLVN und VLWN eingeladen, um künftige Eckpunkte einer digitalen Agenda bezüglich der digitalen Transformation, welche auch vor der Bildung keinen Halt macht, zu erörtern. Es steht die Frage im Raum, was uns in der berufsbildenden Schule erwartet und noch viel mehr, wie wir damit umgehen. Die Begrüßungsworte von Joachim Maiß (Vorsitzender des VLWN und Schulleiter der MM-BbS) konkretisieren bereits die aktuellen und künftigen Herausforderungen für die Bildung. Die Zeiten des Laptopwagens sollten beendet sein, sie kosten nicht nur Zeit, wodurch die Zeit für effektiven Unterricht verringert wird. Der Laptopwagen ist auch ein Symbol für die Trennung von Technologie und Bildung.

Technik und Bildung müssen Zusammenwachsen, dabei geht es nicht mehr zwingend um die Ausstattung der Schulen mit Technik, sondern um die Frage, wie sie didaktisch effektiv in den Unterricht eingebunden werden kann, sodass sie mehr als die Ablösung des Printmediums ist. Der selbstfahrende LKW, ebenso die digitale Brille sind unausweichliche Technologien, auf die wir uns und unserere Schülerinnen und Schüler im Sinne der Nutzung dieser vorbereiten müssen.  „Der BLVN und der VLWN sind Fachverbände und fachliche Themen sind Dinge, die uns am Herzen liegen (…)“ und dazu zählt auch die digitale Transformation.

Im Videobeitrag von Prof. Christoph Igel (TU Chemnitz) wird dazu beitragend deutlich, dass der reine physische Lernort durch die Nutzung neuer Technologien geographisch losgelöst werden kann. Zeit- und ortsunabhängiges Lernen mit der Technik unter dem Primat der Didaktik sollten das Ziel sein.

Frau Heiligenstadt (Nds. Kultusministerin) setzte noch einmal in den Fokus, dass die Möglichkeiten der digitalen Welt auf der gerade vergangenen CeBit in Hannover in vielfältiger Weise veranschaulicht wurden. Es betrifft jedoch nicht nur die privaten Haushalte und Betriebe, sondern besonders die Bildung. Neben den Chancen müssen die Risiken der Digitalisierung diskutiert werden und es ist ein pädagogischer Zugang zur der Digitalen Welt zu schaffen. Dazu ist nicht ein Fach für die Vermittlung von Medienkompetenz einzuführen, sondern Medienkompetenz als übergreifend zu vermittelnde Kompetenz zu sehen. So ist es auch für sie keine Frage ob wir die Digitalisierung aufnehmen, sondern wie wir sie in der Bildung gestalten.

Im Einklang mit den bisher diskutierten Facetten präsentieren beide Verbände ihre Forderungen, die zur Bewältigung der Digitalen Transformation nötig sind:

  1. GigaBit Anschluss für alle Schulen
  2. WLAN immer und überall verfügbar
  3. Bring Your Own Devise (BYOD) Konzepte für die Schulen
  4. Cloud-Webbasierte Anwendungen
  5. Open Education Resources (OER)
  6. Hard- und Software muss Sicherheit in punkto Stabilität und Verfügbarkeit sowie bzgl. rechtlicher Aspekte bieten
  7. Zeit für Lehrerfortbildungen um Lehrkräfte auf die neuen Technologien vorzubereiten

Die Reihenfolge der Forderungen stellt allerdings keine Dringlichkeitsfolge dar, weil alle Punkte einen gleichen Stellenwert bzw. die gleiche Dringlichkeit besitzen. Ein erster Schritt stellt die Niedersächsische Bildungscloud, welche eine digitale Arbeitsumgebung für Lehrer und Schüler zur Verfügung stellt. Für die Zukunft stellt der Tag die anschließende Frage, wie das Zusammenspiel von digitalen Technologien, unserern Schülerinnen und Schülern sowie den Inhalten unseres Unterrichts zu dirigieren ist … .

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